Opferrolle

raus aus der Opferrolle

In der Vergangenheit habe ich mich oft in der Opferrolle gesehen und die Menschen um mich herum für meine Situationen, in denen ich mich befand – für mein Leben, wie es war und für alles mögliche – verantwortlich gemacht. Manchmal gelang es mir, diesen Schmerz durch Projektion auszuschalten, denn Opfer sein tut weh.

Das, was ich hier beschreibe beruht auf dem „Versuch“, das, was gerade so schmerzt, loszuwerden. Und ja, manchmal kommt es bei dem anderen an und er fühlt sich plötzlich verantwortlich. Doch Projektionen haben so ihre Tücken. Es entsteht der Eindruck, der Schmerz wäre nun verschwunden und vielleicht fühlt es sich auch noch gut an. Doch wenn man es genau betrachtet, bleibt es immer ein „Versuch“, denn es wird nicht lange dauern und der Schmerz zeigt sich erneut.

Warum ist das so?

Der Grund dafür liegt schlichtweg darin, dass es der EIGENE Schmerz ist – FÜHLBAR der eigene. Denn wenn ich mich auf die Ebene des Fühlens begebe, so wird es klar: es ist nicht der Schmerz des anderen! Wie kann man sich da jetzt so sicher sein? Es ist wahr, man kann auch den Schmerz des Gegenübers wahrnehmen. Entscheidend ist aber ob man selbst darunter leidet, denn es gibt ja auch noch die empathische Empfindung. Diese verursacht jedoch niemals Leid. Es ist mehr ein Einfühlen. Tut es also weh, so kann man davon ausgehen, dass man sich in der Opferrolle befindet.

Wie befreie ich mich aus der Opferrolle?

Zunächst muss einem die Opferrolle bewusst werden und wir sollten uns vor Augen führen, dass wir uns dadurch kleiner machen als wir sind. Eine Opferrolle stülpen wir uns immer selbst über. Dies geschieht jedes Mal, wenn wir andere für unsere Situation verantwortlich machen. Doch letztendlich kreieren wir unser Leben immer selbst – ob das nun bewusst oder unbewusst geschieht spielt dabei keine Rolle.

„Selbstverantwortung ist der
erste Schritt aus der Opferrolle.“

Ein Opfer zu sein bedeutet nicht nur die Verantwortung für sich selbst abzugeben, sondern man gibt dem anderen dadurch auch automatisch die Macht über das eigene Leben. Wenn ich aus meiner Opferrolle schlüpfe, hole ich mir mein selbstbestimmtes Leben zurück. Und das ist doch das, was man in Wirklichkeit möchte.

Wie mache ich das jetzt?

Wieder einmal geht es darum Muster aus der Vergangenheit zu lösen. Deshalb ist der nächste Schritt also Selbstverantwortung für sich zu übernehmen – und zwar für die eigenen Gefühle und Gedanken, in denen die Muster enthalten sind und welche man auflösen kann.

Und somit sind wir auch wieder beim Fühlen angekommen. Nur durch das Wahrnehmen der eigenen Gefühle lösen sich diese auf und somit auch die Opferrolle, in der man sich befindet.

Also rein in die Selbstverantwortung und raus aus der Opferrolle!


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