Schuld

Schuld und Schuldgefühle

Schuld und Schuldgefühle

Wenn man an Schuld denkt, muss man unausweichlich an die Kirche und ähnliche Institutionen denken. Aber auch an Kriege, denn einer muss ja schuld sein. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, mir geht es jedenfalls so. Und es ist wohl eines der meist mißbrauchten Worte um Menschen unter Druck zu setzen, zu manipulieren und klein zu halten.

Sicherlich, die Menschen lassen es zu, sich schuldig zu fühlen. Denn Schuld ist immer noch real, weil es den meisten Menschen so beigebracht wurde und nach wie vor noch wird. Es kommt – wie so vieles – aus der Unwissenheit.

Wenn man sich Schuld genauer anschaut, so wird man feststellen, dass sie ebenso ein Gefühl ist, wie alle anderen Gefühle auch. Somit ist sie eine Illusion, welche man transformieren kann.

Schuld, einen anderen schuldig sprechen, sich schuldig fühlen, Schuldgefühle haben, sind ein und dasselbe – nur einmal aktiv und einmal passiv. Wenn ich Schuld auf einen anderen Menschen projiziere, so fühle ich mich im tiefsten inneren schuldig. Dies ist vielen Menschen nicht bewusst. Doch jedes Gefühl hat mit einem selbst etwas zu tun – egal in welche Richtung. Projektionen sind also nichts weiter als der Versuch etwas loszuwerden, was man bei sich nicht mehr haben möchte. In dem Fall das Schuldgefühl.

„Schuld und Schuldgefühle
sind das Gleiche und eine Illusion.
Werden sie aufgelöst, so zeigt sich die Liebe,
die schon immer da war.“

Es ist wichtig zu wissen, dass niemand schuldig ist. Jeder Mensch handelt aus seinem eigenen Bewusstsein heraus, d.h. er steht an einer bestimmten Stelle auf seinem Weg und sieht demzufolge alles von SEINEM Standpunkt – seiner Perspektive – aus.

Wenn jemand Schuld sieht, wird er auch schuldbewusst handeln. Entweder er macht sich klein und opfert sich auf, um die Schuldgefühle, die er in sich verspürt zu sühnen oder er projiziert sie eben auf andere.

Da Schuld eine Illusion ist, ist es jedoch möglich sie zu transformieren – und zwar nur in sich selbst. Weder ein Gott ausserhalb von uns, noch ein anderer Mensch kann dies für uns tun. Selbstverantwortung übernehmen ist der erste Schritt, um Schuldgefühle zu transformieren. Diese bewusst wahrnehmen, mit dem Herzen annehmen und durchfühlen – sobald sie sich zeigen – führt dazu, dass sie sich auflösen – nicht von einer Sekunde auf die andere, jedoch immer mehr.

Schuldgefühle sind oft sehr starke und alte Verkrustungen. Doch nun ist es an der Zeit sie aufzulösen – und zwar im Kollektiv. Dies zeigt uns gerade auch die Situation im Außen ganz deutlich. Wenn sie transformiert sind, so wird es leicht, denn das was sich dann zeigt ist Liebe.