leben im Augenblick

Im Augenblick leben

Was bedeutet es im Augenblick zu leben?

Manchmal höre oder lese ich den Satz: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ So ganz stimmt das nicht, wenn man dies von einer anderen Perspektive aus betrachtet. Denn, wenn wir vollkommen im Augenblick leben, so gibt es nichts, was uns stört, ärgert oder traurig macht.

Warum also am Ende? Und welches Ende überhaupt? Eigentlich müsste es heißen: „Es IST immer alles gut, so wie es ist, weil es gar nicht anders sein kann.“ Jeder Augenblick ist nur eine Projektion dessen was gerade im Hintergrund abläuft – ein Austausch von Energien und somit Informationen. Diese können sich selbstverständlich in jeder Sekunde wieder verändern. Doch in diesem Moment sind sie so wie sie eben sind.

Ja es stimmt, manchmal scheinen Dinge gerade falschnicht am richtigen Platz – zu sein. Es schmerzt vielleicht, irgendetwas macht traurig oder wütend und es fühlt sich einfach nicht gut an. Wir suchen nach einem Ausweg und wünschen uns nur, das Unwetter möge doch bald vorüberziehen. Vielleicht suchen wir auch nach Zerstreuung und Ablenkung um das alles nicht sehen und fühlen zu müssen.

Es gibt noch einen besseren Weg

Denn, wenn es sich noch nicht gut anfühlt – jetzt und in diesem Augenblick – dann gibt es halt noch etwas zu tun. So kommen wir immer wieder in Lernfelder, die wir entweder annehmen oder ablehnen können.

„Alles IST GUT – in jedem Augenblick!
Und wenn es sich noch nicht gut anfühlt,
so gibt es noch etwas in einem selbst zu lösen.“

Jedes Lernfeld ist im Grunde gut, denn es zeigt uns etwas – meistens in Form von Gefühlen, Emotionen und Gedanken – das in uns noch aktiv ist – gespeicherte Informationen, Erinnerungen aus der Vergangenheit, aus früheren Leben. Sie werden durch ähnliche Situationen im Außen angetriggert und werden dadurch an etwas Schmerzhaftes aus längst vergangenen Zeiten erinnert.

Diese Erinnerungen sind also gut, wenn sie dazu dienen etwas in uns zu erkennen, damit wir es heilen können. Und deshalb führt der Weg in den Schmerz hinein und durch ihn hindurch. Das klingt verdammt hart, doch wenn wir ihn nicht fühlen möchten und uns von ihm abwenden, so können diese schmerzhafte Erinnerungen, welche hinter dem Schmerz stehen nicht transformiert werden. Dies ist wichtig zu verstehen, damit wahre Heilung stattfinden kann.

Warum ist das Leben im Jetzt also so wichtig?

Weil Transformation nur in diesem Moment stattfinden kann. Ist man ständig mit den Gedanken in der Zukunft und versucht vor seinen Gefühlen zu fliehen, weil man die Gegenwart nicht erträgt, so findet keine Transformation statt. Alles was gefühlt und geheilt werden will zeigt sich Jetzt! Und nur das, was gerade da ist kann auch gefühlt werden. Das ist logisch! Selbst, wenn wir z.B. bei einer Rückführung in die Vergangenheit reisen, zeigen sich die Gefühle, die dabei ausgelöst werden, im Hier und Jetzt.

Doch was danach bleibt ist Freude und Dankbarkeit. Denn genau dieses oder jenes Ereignis, welches uns in Trauer, Wut, Angst, Scham, Ärger usw. versetzt hat, hat uns wieder ein gutes Stück zu uns Selbst – in unsere wahre Essenz – gebracht. Dadurch wird zwar die Erinnerung nicht gelöscht, jedoch löst diese dann nichts mehr in uns aus. Wir werden also durch die äußeren Umstände nicht mehr getriggert.

Für mich persönlich ist das der Königsweg. Er bringt wirklich tiefe Transformation.

Was bedeutet also im Augenblick leben?

Es bedeutet alles anzunehmen, was sich gerade zeigt. Dabei liegt der Fokus auf den Gefühlen, Emotionen und Gedanken. Annehmen bedeutet sein lassen. Ist man in der Akzeptanz, so gibt es auch kein Leiden. Dies geschieht nur über die Liebe, denn unsere Gefühle sind unsere Freunde. Diese möchten beachtet und mit dem Herzen gefühlt werden, damit sie sich verabschieden können. Deshalb ist Leben im Augenblick auch so wichtig, wenn man sich selbst heilen möchte.

So kommst Du immer mehr in den gegenwärtigen Moment:

  • Mach Dir bewusst, dass alles was in Dir etwas auslöst – jede Situation – nur eine Projektion Deiner eigenen Gefühle ist. Das heißt: transformierst Du diese, so verändert sich auch Deine Wahrnehmung von Situationen und Ereignissen im Aussen.
  • Sei dankbar für alles, was sich zeigt! Mach Dir bewusst, dass Du JETZT die Chance hast, etwas aus der Vergangenheit zu transformieren.
  • Gib Dich dem hin, was ist. Betrachte Deine Gefühle als Deine Freunde, Deine Verbündeten. Sie sind im Moment noch ein Teil von Dir und zeigen sich nur, weil sie beachtet werden möchten, damit sie sich für immer verabschieden können.

In einem drin wird es mit der Zeit friedlicher. Der Grund dafür liegt darin, dass man immer weniger emotional in Situationen eingebunden ist und kreisende Gedanken dabei ebenso schwinden. Thema für Thema lösen sie sich auf.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man immer wieder mal in sehr schmerzhafte Prozesse kommen kann. Doch ist man durch sie hindurchgegangen, so wird es spürbar leichter. Es ist wirklich wie als ob eine Last von einem abgefallen wäre. Da kann man manchmal ganz schön ins Staunen geraten, wie sich die Wahrnehmung plötzlich verändert hat – auch im Vergleich zu früher. Bewusst Leben im Augenblick lohnt sich also sehr!


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