selbstverantwortung-und-heilung

Kleine und große Zeichen auf dem Weg

Vorgestern stolperte eine mir nahe stehende Person eine Stufe hinunter. Sie stürzte so unglücklich, dass sie sich die linke Schulter brach. Nun liegt sie im Krankenhaus. Die Schulter ist anscheinend zertrümmert. Heute ist die OP.

Neugierig, wie ich bin, schaue ich in meinem schlauen Buch über Körpersymptome und ihre Bedeutung nach. Rasch werde ich fündig. Ich lasse den Text auf mich wirken und finde schnell Parallelen.

Seit ich sie kenne fühlt sie sich für die Menschen in ihrer Familie verantwortlich. Sie hat sich für ihren verstorbenen Mann verantwortlich gefühlt und obwohl ihre Kinder schon längst erwachsen sind und selbst Kinder haben – und eines sogar ein Enkelkind hat – fühlt sie sich immer noch verantwortlich.

Die Verantwortung ist sehr religiös geprägt. Sie glaubt, sie müsste diese Menschen retten, weil Gott es so von ihr verlangt – weil es ihre Pflicht ist. Ihr Auftrag ist es, ihre Kinder dazu zu bringen an IHREN Gott zu glauben. Deshalb ist sie sehr engagiert dabei in die Kirche zu gehen, um zu beten. Sie kommt selten zur Ruhe und ist immer in Sorge – auch dass sie ihren „Auftrag“ nicht erfüllen kann.

Tiefe Überzeugungen können etwas mit einem machen. In diesem Fall geht es um den fiktiven Auftrag, Menschen „retten“ zu müssen und die Verantwortung dafür zu tragen. Die Wahrnehmung ist dabei völlig verschoben, weil sie es nicht akzeptieren kann, dass sie ihre eigenen Wege haben – und ihr Leben dabei sogar offensichtlich meistern.

Indem sie diese Überzeugung lebt führt sie sich selbst laufend Energie zu, die eine Disharmonie erzeugt. Die Last dieser Energie wird immer größer. Ihre Schultern können sie nicht mehr tragen.

Der Sturz war sozusagen ein „Zeichen des Himmels“. Er will ihr sagen: „Du trägst keine Verantwortung für andere! Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und hat seinen eigenen Weg. Hab Vertrauen! Schau auf Dich und genieße Dein Leben!“

Wir bekommen so viele Zeichen – mal kleine, mal große – die uns den Weg weisen. Es geht niemals um Schuld. Es geht immer darum etwas zu erkennen, sich zu erforschen und daran zu wachsen um heil zu werden.

Auch wenn es oft weh tut, es lohnt sich hinzuschauen. So löst sich der Nebel auf und was sich dann zeigt ist die Liebe!  

Ich wünsche Dir für diese heutige OP alles Gute!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.