Jedes Leben ist richtig

Vor kurzem habe ich mir Fotos von früher angesehen. Ganz ehrlich, vor vielen Jahren hatte ich da irgendwie immer ein sonderbares, bedrückendes Gefühl dabei. In die Vergangenheit habe ich ungern geschaut. Ich konnte viel nicht akzeptieren, ganz besonders meine Eltern, wie sie waren, was sie mir alles „verbaut“ hatten. Ich hatte so viele Träume. Andere – scheinbar glücklichere Menschen – beneidete ich oft. Das Leben war ungerecht. Ich konnte keine Liebe wahrnehmen.

Heute sehe ich mir die Fotos mit anderen Augen an. Ich habe kein seltsames Gefühl mehr. Ich sehe ein verletztes Kind, aber ich sehe vor allem Liebe. Das liegt daran, dass ich mich – am tiefsten Punkt meines Lebens – auf den Weg gemacht habe – auf den Weg zu mir Selbst. Das Leben ist nicht ungerecht und das Leben ist immer richtig, so wie es ist. Und je mehr ein Mensch zu sich Selbst findet und seine Verletzungen heilt, desto klarer wird dies. Es ist wie, wenn sich die Teile eines Puzzles mehr und mehr zusammenfügen. Am Ende passt es – die Menschen, die Umgebung, die Situationen. Alles war und ist immer richtig – in jedem Augenblick – und dient dazu, der Liebe in sich Selbst wieder ein Stück näher zu kommen.

Irgendwann weiß man das. Das Puzzle muss dazu noch gar nicht fertig sein. Man geht ab einem gewissen Punkt völlig anders mit den Dingen um, weil man die Erfahrung gemacht hat, dass es letztendlich gut und richtig ist.

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