Ego vs. wahres Selbst

In Teil 2 dieser Reihe ging es darum, wie man lernen kann das Ego und das wahre Selbst getrennt voneinander zu betrachten. Heute geht es darum wie man das Ego identifizieren kann.
Die meisten Emotionen sind auf den ersten Blick leicht zu erkennen z.B. Wut, Eifersucht oder Angst. Manchmal kann es aber auch ganz schön subtil werden und oft ist das Ego auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Hier möchte ich ein paar Ego-Tricks aufzählen, auf die besonders zu achten ist.

  • Hochmut und Stolz: Dies sind zwei Emotionen, die einem etwas vorgaukeln wollen. Sie machen den Menschen scheinbar größer. Wenn ein Mensch z.B. zu stolz ist, etwas zuzugeben, weil er einfach nicht wahrhaben will, dass es doch nicht so ist, wie er gedacht hat oder weil er glaubt, er hätte immer recht. Stolz kann einen Menschen davon abhalten über seinen eigenen Schatten zu springen. Dies verhindert die Liebe. Ein kleiner Schritt und alles wäre gelöst und ich kann meinen Weg fortsetzen. Hochmut kann einem z.B. vormachen etwas Besonderes zu sein. Er versteckt sich manchmal sogar hinter einer Sache, die als gut empfunden wird, z.B. wenn jemand glaubt er sei »auserwählt« um Menschen zu »retten«. Es ist natürlich schmeichelhaft etwas Besonderes zu sein. Das wahre Selbst aber braucht dies nicht. Somit können wir solche Gedanken loslassen. Sie sind ein Produkt des Egos. Und wir können sie wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, denn sie bringen uns nicht weiter. Im Gegenteil: Hochmut und Stolz bremsen uns auf unserem Weg aus, wenn sie nicht erkannt werden.
  • Identifikationen: Das Ego braucht Identifikationen um zu leben. Das wahre Selbst nicht. Fang an zu beobachten worüber Du Dich identifizierst. Was ist wichtig für mich um jemand in dieser Welt zu sein? Was wäre, wenn ich dieses oder jenes nicht mehr hätte oder wäre, würde ich mir minderwertig vorkommen? Bräuchte ich dann eine neue Identifikation? Identifikationen sind Bindungen an das Ego. Du kannst sie loslassen. Gib ihnen keine höhere Bedeutung. Es befreit Dich wieder ein Stück mehr.
  • Dinge in Relation stellen: Wir können alles in Relation stellen. Wir können Dinge in Relation zu anderen Dingen stellen, damit sie in einem besseren Licht dastehen, wir können aber auch Dinge zu anderen Dingen in Relation stellen, damit sie in einem schlechteren Licht stehen. Beides ist möglich. Wenn sich jemand z.B. als arm empfindet kann er sich mit ärmeren Menschen vergleichen und er kann sich dadurch reich fühlen. Man kann sich aber ebenso mit reicheren Menschen vergleichen und fühlt sich noch ärmer. Beides sind Versuche etwas anders zu sehen als es ist. Aber es ist, wie es ist. Es entsteht aus einer Situation heraus in der wir Emotionen bei uns wahrnehmen, die wir als unangenehm empfinden. Indem ich die Situation relativiere fühle ich mich besser und mein ungutes Gefühl verschwindet – leider nicht lange. Die Emotion wird wieder kommen, weil sie nicht wirklich verschwunden war. Sie war nur durch die Relativierung überdeckt. Und sie wird so lange wieder kommen bis wir den Mut haben hinzusehen und die Emotion auszuhalten. Erst so kann sie kleiner werden. Sie wird uns zwar trotzdem noch öfter aufsuchen, doch sie schwächt immer mehr ab, bis sie ganz verschwunden und geheilt ist. Wie immer bei negativen Emotionen steckt das Ego dahinter, denn es will ja, dass wir nicht aufwachen.
  • Kompensationen: Diese bestehen aus Ersatzhandlungen oder auch aus materiellen Dingen, die man an die Stelle von »Defiziten« setzen kann um sich besser zu fühlen. Es entsteht aus einer unangenehmen Emotion heraus, die ich nicht haben möchte. Hier ist es wieder das gleiche: die Emotion aushalten und loslassen.
  • Träume: Das mag jetzt für viele Menschen hart klingen, denn Träume versüßen uns das Leben. Sie halten uns aber auch davon ab das zu spüren, was JETZT ist und geheilt werden will. Sie können eine schöne Reise in eine andere Welt sein, aber sie sind eine Illusion. Wenn wir schneller sein wollen, dann sollten wir auch Träume loslassen. Sie bringen uns nicht wirklich was und halten uns auf unserer Reise nur auf.
  • Positives Denken (Suggestionen): Das klingt auf den ersten Blick seltsam, weil man ja annehmen könnte, dass künstlich hervorgerufene positive Gedanken etwas im Gefühl verändern können. Hier haben wir wieder das gleiche Problem. Negative Gedanken durch positive zu ersetzen kann zwar zuerst einmal funktionieren, doch es dauert nicht lange und die negativen Gedanken sind wieder da. Warum? Die negativen Gedanken wurden nur durch die positiven überlagert. Es ist abzusehen, dass die negativen Gedanken sich wieder bemerkbar machen. Auch hier ist es am besten, die negativen Gedanken zuzulassen, zu beobachten und loszulassen. So können sie geheilt werden.

Irgendwann habe ich angefangen alles loszulassen, weil es manchmal sehr subtil wurde. Denn es ist so, dass die Wahrheit immer bestehen bleiben wird. Da das Licht in Dir ewig ist kann es die Dunkelheit auch vertreiben. Das Licht lässt sich nicht vertreiben. Dies ist eine sichere Sache.

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