Ich weiß, dass ich nichts weiß

Dieser Satz ist einfach toll. Ich bin kein Philosoph – bestenfalls philosophisch – und ich möchte diesen Satz jetzt auch nicht à la Wikipedia erklären. Ich möchte ihn einfach frei interpretieren, so wie ich ihn verstehe.

Für mich bedeutet er: geh‘ davon aus, dass Du nichts weißt, vielleicht kennst Du nur die halbe Wahrheit – wenn überhaupt. Manchmal glaubt man etwas zu wissen und urplötzlich ist alles ganz anders, obwohl man sich so sicher war. Was will ich damit sagen? Wenn Du davon ausgehst, dass Du nichts weißt, hörst Du auf zu interpretieren. Interpretationen sind das, was sie sind. Sie sagen nichts über die Wahrheit aus. Sie können wahr sein oder auch nicht. Du kannst in den meisten Fällen davon ausgehen, dass Du nicht alles weißt. Speziell bei Menschen kannst Du Dir sicher sein, dass Du nur einen minimalen Bruchteil der Wahrheit kennst. Es sind kleine Zeitfenster, die wenig Aussagekraft haben. Was wissen denn die anderen Menschen über Dich und wie Du bist. Auf Deinem Weg wirst Du sogar immer wieder mal über Dich selbst überrascht sein. Es können sich ungeahnte Abgründe auftun aber auch verborgene Schönheit ans Tageslicht kommen. »Ich weiß, dass ich nichts weiß« ist eine andere Art loszulassen. Wenn Dich etwas beschäftigt und Deine Gedanken kreisen, rufe diesen Satz auf und belasse es dabei. Mach Dir klar, dass Du in diesem Augenblick nicht hinter den Vorhang blicken kannst. Irgendetwas fehlt noch dazu. Manchmal deckst Du Dinge auf, und Dir wird plötzlich klar: ja so ist es. Es ist eine Erkenntnis, die Du auch als solche wahrnimmst. Achte nicht so sehr darauf, was Du siehst. Höre mehr auf die Stille, als auf den Lärm. Das Bild, dass Du von einer Situation oder einem Menschen hast kann durch Emotionen und Gedanken noch verzerrt sein. Vielleicht siehst Du nur die Spitze eines Eisbergs, oder Du siehst einen Eisberg wo keiner da ist. Und, ist es denn wirklich so wichtig, alles zu wissen? Ist es nicht so, dass alles da ist, was Du brauchst in jedem Augenblick? Kommt die Lösung nicht immer im richtigen Moment? Möglicherweise ist die Zeit für die Wahrheit noch nicht gekommen. Lass Dich in Deine Unwissenheit fallen. Sie führt Dich in das Wissen, das Du brauchst um auf Deinem spirituellen Weg weiterzukommen. Du machst Dich dadurch schon von vornherein freier und Du kannst Dich dadurch leichter von Deinem wahren Selbst führen lassen. Mach Dich zu einem Unwissenden, um an die Wahrheit zu kommen, indem Du Dir immer wieder mal ins Bewusstsein rufst: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« Mach es zu Deiner täglichen Übung.

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