Das Leben der anderen

Welche Bedeutung hat das Leben der anderen auf unserem spirituellen Weg? Wo halten wir uns zu sehr auf? Wie können uns die anderen bei unserer Bewusswerdung helfen? Wenn wir in diese Welt inkarnieren, so sind wir mit vielen Menschen verstrickt und verwoben. Wir sind auf emotionaler Ebene miteinander verbunden und daher nicht frei. Mit emotionaler Ebene meine ich negative Emotionen, aber auch Gedanken. Wenn ich mit einem Menschen in Liebe verbunden bin, dann bin ich frei und auch der andere ist frei von mir. Wir können uns dann auch frei fühlen. Aber oft ist uns gar nicht klar, dass wir unfrei sind. Durch die Verstrickungen mit anderen Menschen können wir Emotionen und Gedanken in uns bewusst machen. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sich nicht auch ab und zu an anderen Menschen reibt oder dessen Gedanken sich nicht um andere drehen. Wären diese nicht da und alles wäre gut, so ginge ich davon aus, dass alles in Ordnung ist. Wichtig für die Heilung unserer Emotionen und Gedanken sind gerade die Menschen, die in uns negative Gefühle auslösen, denn vor allem durch diese können meine Emotionen sichtbar gemacht werden. Das Leben der anderen spielt für uns dabei keine Rolle. Es geht nur darum, an was ich mich bei dem anderen stoße, was mich also stört. Dabei bleibe ich immer ganz bei mir. Oft halten wir uns zu sehr im Leben des anderen auf. Es dient uns in keiner Weise. Im Gegenteil, es verzögert den Heilungsprozess. Durch Verstrickungen auf emotionaler Ebene bin ich noch mit dem anderen verbunden, wenn mich z.B. am anderen etwas stört oder ich sein Leben nicht akzeptieren kann. Diese Verstrickungen nehme ich überall hin mit. Dadurch kann ich noch nicht frei sein. Ich bin sozusagen gebunden, auch wenn es nicht immer so scheint. Es sind unsichtbare Stricke, die mich an den anderen binden. Ein freier Mensch kann in das Leben eines anderen treten und wenn er wieder geht, dann ist er nur noch in seinem Leben. Er hält sich nicht mit dem Leben des anderen auf und kann über das hinweg sehen, was der andere tut, oder lässt. Das Leben des anderen tangiert seines in keiner Weise. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt, die wir nicht unbedingt verstehen müssen. Auch Deine Welt wird nicht jeder verstehen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind sehr vielfältig. Freunde bei denen ich mich pudelwohl fühle und mich fallen lassen kann, können ein echter Ruhepol sein und das ist gut so. Dann gibt es die Menschen, die wir schwer meiden können, weil sie vielleicht mit uns zusammen arbeiten, oder Menschen zu denen ich eine Beziehung habe, die sich »nicht ganz echt« anfühlt, wo ich immer das Gefühl habe, ich kann mich nicht wirklich ganz fallen lassen. Diese Beziehungen sind wichtig, gerade weil Du kein gutes Gefühl hast. Du solltest sie nicht unbedingt meiden, denn sie können auf Deinem spirituellen Weg sehr wertvoll sein. Aber folge Deinen Impulsen, ob Du sie treffen willst oder nicht. Das Leben der anderen ist also auf dem Weg zur Bewusstwerdung nicht wichtig, sondern das, was die anderen in uns auslösen. Wenn wir uns dies bewusst machen, so können unserer Emotionen und Gedanken geheilt werden. Je weniger sie werden, desto freier werden wir, da wir dann immer weniger mit anderen verstrickt sind. Wir können dann immer mehr in unserem Leben sein, ohne dass uns das Leben des anderen tangiert. Es kann sein, dass sich Beziehungen dann intensivieren, es kann aber auch sein, dass sich Beziehungen von selbst auflösen. Beides ist richtig.

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